Wenn Technik mehr als ein Job ist

Joseph-Zweimüller

Joseph Zweimüller, Teamleiter Stahlbau bei Scheuch

Wenn Technik mehr als ein Job ist

Joseph Zweimüller ist seit vielen Jahren fixer Bestandteil des Teams bei Scheuch. Was 2006 mit einer Lehre begann, hat sich zu einer spannenden technischen und menschlichen Entwicklung geführt: vom Lehrling zur Projektleitung und schließlich zur Teamleitung im Stahlbau.

Im Interview erzählt er von technischen Meilensteinen, Teamspirit und der Motivation, jeden Tag ein Stück besser zu werden.

Kannst du uns ein wenig über deine Ausbildung erzählen?

Ich habe 2006 eine Lehre als Technischer Zeichner begonnen und war dabei in der Stahlbaukonstruktion, Ventilatorkonstruktion und Metallabwicklung tätig. Ich gehörte zu den ersten, die „Lehre mit Matura“ absolvierten. Im letzten Lehrjahr durfte ich bereits eine intensive Ausbildung zur EN 1090 beginnen – inklusive statischer Bemessung von Stahlbaukonstruktionen.

Welche Stationen hast du bei Scheuch durchlaufen?

Nach der Lehre war ich fixer Bestandteil der Stahlbaukonstruktion – meine Stammabteilung. Nach einem internen Umstrukturieren habe ich die Teamleitervertretung übernommen, war hauptverantwortlich für große Projekte und habe die Software TeklaStructures neu eingeführt. Dabei habe ich auch eigene Tools und Schnittstellen programmiert. Nach einiger Zeit habe ich schließlich die Teamleitung dauerhaft übernommen. Zusätzlich war ich Jugendvertrauensrat, Betriebsrat und bin aktuell Betriebsratsvorsitzender.

Was waren einige deiner größten beruflichen Erfolge?

Ein besonderes Highlight war die Einführung von TeklaStructures 2019i. Damit konnten wir nicht nur unsere tägliche Konstruktionsarbeit deutlich effizienter gestalten, sondern erstmals auch komplexe Projekte zur externen Vergabe aufbereiten – ein echter Meilenstein für unsere Abteilung. Zu den technischen Erfolgen zählen außerdem die Konstruktion unseres ersten KAT-Stahlbaus sowie der 310-Tonnen-Stahlbau für einen Kunden in Frankreich – ein äußerst komplexes Projekt, das fehlerfrei auf der Baustelle umgesetzt wurde. Solche Ergebnisse zeigen, was möglich ist, wenn Know-how, Präzision und Teamarbeit zusammenkommen.

Welche Projekte oder Aufgaben machen dir besonders Freude?

Ich habe große Freude daran, Prozesse so weiterzuentwickeln, dass sie spürbar effizienter werden – zum Beispiel, wenn eine Aufgabe plötzlich in zehn Minuten erledigt ist, die früher Stunden gedauert hat. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir ein Projekt für eine komplette Anlage mit doppeltem, horizontalem Flachschlauchfilter auf einer 20 Meter hohen Plattform: ein hochkomplexer Stahlbau, der dank eines top aufgestellten Teams – vom Abwickler über die Statik bis zur Montage – reibungslos abgewickelt wurde. Das hat richtig Spaß gemacht. Auch ein Projekt mit einem großen Kunden aus Deutschland war spannend: Dort habe ich als Stahlbauer Maschinenbau-Aufgaben umgesetzt – und das mit reiner Stahlbausoftware. Solche Herausforderungen zeigen mir immer wieder, wie viel möglich ist, wenn man mit Leidenschaft und Kreativität an die Sache herangeht.

Welche Ziele verfolgst du für die Zukunft?

Ich will die technischen Möglichkeiten nutzen, um uns effizienter zu machen. Gute Konstrukteure sind schwer zu finden – umso wichtiger ist es, dass sie sich auf die interessanten Aufgaben konzentrieren können. Und: Ich möchte, dass wir Freude an der Arbeit haben. Damit jeder abends mit einem guten Gefühl nach Hause gehen kann und stolz auf seine Leistung ist.

Wie sieht dein Ausgleich zur Arbeit aus?

Zum Abschalten spiele ich gerne Videospiele – dabei kann ich komplett in andere Welten eintauchen und den Alltag hinter mir lassen. Gleichzeitig brauche ich auch etwas Kreatives, um meine Gedanken frei fließen zu lassen. Ob mit der Kamera in der Hand, beim Basteln oder aktuell beim Schreiben eines Kinderbuchs – solche Projekte sind mein persönliches Gegengewicht zur Technik und geben mir neue Energie.