Grenzwerte diskutiert

Die deutsche Fachzeitschrift HK veranstaltete ein Expertengespräch zum Thema „Umweltschutz durch Rauchgasreinigung". Das Gespräch widmete sich der Weiterentwicklung für MDF-Trockner, die Reinigung von Pressendämpfen und Verbrennungsabgasen.


Seitens der Firma Scheuch waren eingeladen Geschäftsführer Dipl.-Ing. Herbert Kendler und Anlagentechniker Dr. Klaus Sihorsch.

Die wichtigsten Fragen und Antworten werden an dieser Stelle wiedergegeben, zeigen sie doch den heutigen Stand der Technik von Scheuch hierzu auf.

 

Sichere Partikelabscheidung und hohe Abscheideeffizienz sowie höchste Betriebssicherheit sind erwünscht. Welche Verfahren sind einsetzbar?

Kendler: In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, dass nicht nur die Betriebssicherheit ein Thema geworden ist, sondern auch die Betriebskosten genauer betrachtet werden. Man muss die Anlagensysteme spezifischer gestalten, und man kann nicht eine Technologie für die verschiedenen Anwendungsfälle einsetzen. Ganz konkret: Die Zusammensetzung des Abgases hängt im Wesentlichen von der Art des Trockners - direkt oder indirekt beheizt -, vom eingesetzten Brennstoff und von dem zu trocknenden Spänematerial ab. Bei hohem Feinstaubanteil und bei Aerosolbildung werden in erster Linie Nass-Elektrofilter eingesetzt.

Bei den organischen Inhaltsstoffen hat sich der biologische Weg aufgetan. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass dieses System sehr betriebssicher und mit geringem Wartungsaufwand arbeitet. Nachdem wir diese unterschiedlichen Technologien anbieten können, entscheiden wir von Fall zu Fall, welches Verfahren oder welche Verfahrenskombination neben der sicheren Einhaltung der Grenzwerte auch bei der Betriebssicherheit und den Betriebskosten Vorteile bietet.

Bei den organischen Inhaltsstoffen stoßen auch die Nasswäscher an ihre Grenzen. Der Trend geht unserer Meinung nach eindeutig in die biologische Richtung. Denn auch die thermische Nachverbrennung - wie sie vor allem in Nordamerika eingesetzt wird - hat für den Betreiber hinsichtlich der Betriebskosten einschneidende Nachteile.

 Was wurde hinsichtlich der Reinigung von Pressendämpfen erreicht?

Kendler: Die kontinuierlichen Pressen sind nicht mehr wegzudenken und stellen derzeit den Stand der Technik dar. Mit einer Haube über der kompletten Presse die Pressendämpfe abzusaugen ist eine Technologie der Vergangenheit. Gemäß unserem heutigen Wissensstand werden Pressendämpfe mit einem zweistufigen System behandelt. In der ersten Stufe werden diese Emissionen direkt an den Entstehungsorten, wie z.B. am Pressenauslauf, in Bandnähe erfasst und durch Eindüsung von Wasser transportfähig gemacht.

Diese Vorbehandlung ist notwendig, damit störende Ablagerungen an der Innenseite der Rohrleitungen vermieden werden können. Die relativ hohe Brandgefahr aufgrund der Trennmittel und der Zusammensetzung der Pressendämpfe wird dadurch minimiert. In der Abgasreinigungsanlage, die ebenfalls möglichst nahe am Pressenauslauf aufgestellt werden soll, werden dann die im Gasstrom befindlichen Feststoffpartikel abgeschieden. Im nächsten Schritt werden die Abgase einer weiterführenden Abgasreinigung oder einer Endbehandlung wie der Verbrennung zugeführt werden. Für diese zweite Stufe der Reinigung bieten sich durch die Aerosolbildung an den Trennmitteln Nass-Elektrofilter an.

 

 

In der Fachzeitschrift HK - Ausgabe Juni 2004 - können Sie auf den Seiten 56 - 64 das Expertengespräch zur Gänze nachlesen.

 
Erstellt am 19.11.2007
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