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Pneumatische Förderanlagen
Dünnstrom- oder Dichtstromförderung?
Pneumatische Fördersysteme werden eingesetzt vor allem bei längeren Wegen und vielen Umlenkungen und sind, da kaum mechanische und sich bewegende Teile vorhanden sind, sehr zuverlässig, sicher und nahezu wartungs- und verschleißfrei.
Bei einer optimalen Auslegung ist immer das Gesamtsystem, also das Fördersystem und seine Schnittstellen Aufgabe (Austragsystem) und Abscheidung (Filter), mit entsprechender Steuerung und den Sicherheitseinrichtungen im Auge zu behalten.
Grundsätzlich unterscheidet man die Niederdruck- bzw. Dünnstromförderung per Radialventilator als Verdichter und die HD-Förderanlage bzw. Dichtstromförderung mittels eines Drehkolbengebläses.
Das Niederdruck-Fördersystem mit drei Ausführungsmöglichkeiten:
1. Kreisprozessanlage (Ringleitung) ohne Abscheider: Zu empfehlen für kleinere Materialmengen und kürzere Förderdistanzen. Dabei wird die Abluft wieder als Förderluft verwendet. Für diese Ausführung sprechen die niedrigen Investitionskosten, keine Abluft und somit ist kein Filter erforderlich, mit Direkteinblasung in Silo bzw. Container. Eine Entkopplung ist aus Sicherheitsgründen erforderlich.
2. Kreisprozessanlage (Ringleitung), Fliehkraftabscheider und Zellenradschleuse: Dieses System wird eingesetzt für größere Materialmengen und kurze Förderdistanzen. Es gelten die gleichen Vorteile wie zuvor. Außerdem ist die Anlage durch die Zellenradschleuse entkoppelt.
3. Mit filterndem Abscheider: Für große Materialmengen und lange Förderwege das wirtschaftlichste System. Als Abscheider kommen entweder ein Siloeinbaufilter in Frage, dessen Gehäusefestigkeit dem Silo-Innendruck zu entsprechen hat, bzw. ein Schlauchfilter mit einer Schleuse zur Entkopplung. Während bei der ersten Variante die geringeren Investitionskosten dafür sprechen bei dem Nachteil des Überdruckes im Silo, hat die zweite Variante einen entkoppelten Materialaustrag und ein druckloses Verhältnis im Silo.
Das HD-Fördersystem
Je länger die Material-Förderwege und je höher die Materialfrachten werden, umso mehr Kriterien sprechen für den Einsatz von HD-Anlagen. Die wichtigsten Komponenten dieser Ausführung sind das Drehkolbengebläse mit hohem Wirkungsgrad bei geringen Energiekosten sowie S-Schleusen oder Messerschleusen. Die Injektoren sichern auch bei hohen Materialmengen einen geringen Energieaufwand für die Antriebsleistung. Dickwandige Stahlrohre und Krümmer mit Verschleißschutz sorgen für lange Standzeiten. HD-Anlagen sind prädestiniert für den Einsatz für Fördermengen von 1 – 100 t/h, Förderanlagen bis 1.500 m Reichweite und Nennweiten zwischen 88 und 500 mm. In der Regel sind sie als Druckanlage konzipiert, nur bei Materialien mit geringem spezifischen Gewicht (z.B. Fasern oder Dämmstoffen < 30 kg/m³) werden sie für den Saugbetrieb ausgeführt.
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