Mit den Verfahren SENA und SEKA verfügt Scheuch über zwei Abgasreinigungssysteme nach dem Prinzip der nasselektrostatischen Abscheidung, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Beide Systeme arbeiten nach demselben Prinzip.
Das Grundprinzip mit Verfahrensbeschreibung der nasselektrostatischen Abscheidung:
Das Rohgas wird in der Rohrleitung durch Eindüsen von Kreislaufwasser bis zum Sättigungspunkt abgekühlt und gelangt in das Filter. Dort wird es gleichmäßig über den gesamten Querschnitt verteilt. Im anschließenden Gaswäscher werden staub- und gasförmige organische Verbindungen abgeschieden.
• Das vorgereinigte Rohgas strömt nun in das Nass-Elektrofilter. Dieses besteht aus einem Hochspannungsfeld mit Niederschlagselektroden und zentrisch angeordneten Sprühelektroden. Die noch im Gas befindlichen Partikel und Aerosole werden negativ aufgeladen und wandern im elektrischen Feld zur Niederschlagsfläche. Periodische Spülungen gewährleisten die Reinhaltung der Niederschlagsflächen und Sprühelektroden.
• Das Waschwasser wird über eine interne Wasseraufbereitung im Kreislauf gefahren. Spezielle, patentierte Sedimentationseinbauten im Wassersammelbehälter ermöglichen ein Sedimentieren der im Wasser enthaltenen Feststoffe, die als Schlamm über eine Austragschnecke und nachgeschaltete Entwässerungseinheit ausgetragen werden. Durch Zugabe von Additiven wird eine gleichbleibend gute Wasserqualität gewährleistet.
SENA ist ein einstufiges Nass-Elektrofilter mit Waben als Niederschlagselektroden im Hochspannungsfeld. Seine Bauweise ist kompakt hinsichtlich der Ausnützung der Querschnittsfläche zu Niederschlagsabscheidefläche. Das weiterentwickelte Verfahren SEKA benötigt hingegen eine geringere Grundfläche bei größerer Bauhöhe bzw. unter Umständen eine höhere Ausblasmündung mit besserer Ausbreitungscharakteristik.
Das System SEKA unterscheidet sich wesentlich vom herkömmlichen Nass-Elektrofilter. Es ist ein Elektrokondensationsfilter in Rohrbündel-Ausführung. Im Vergleich zum herkömmlichen Nass-Elektrofilter wurde es erweitert mit
• Seine entscheidenden System-Verbesserungen sind die zweistufige Ausführung, wodurch Redundanz auch während der Spülphase bzw. beim Ausfall einer Hochspannungseinheit gewährleistet ist. Eine Feinabstimmung der Hochspannung ist auf Grund der Vorreinigung der ersten Stufe gesichert.
• Für das Kondensationssystem sind die Niederschlagselektroden als Röhren ausgebildet, in denen das heiße Trocknerabgas innen vertikal geführt und kalte Umgebungsluft horizontal an die Außenseiten der Rohre gesaugt wird. Durch diese Kühlung entsteht an den Innenseiten der Rohre ein Kondensatfilm aus dem gesättigten Trocknerabgas. Er verhindert den direkten Kontakt der klebrigen Harzpartikel mit der metallischen Oberfläche. Anbackungen werden daher durch den Wasserfilm nahezu ausgeschlossen.
Hieraus ergeben sich weitere Vorteile:
Da keine anwachsende Schmutzschicht entstehen kann, bleiben die Betriebsbedingungen im Hochspannungsfeld gleich. Dadurch sind immer konstant hohe Abscheidegrade gewährleistet. Manuelle Reinigungsintervalle werden wesentlich geringer. Hinzu kommt durch den herablaufenden Kondensatfilm eine drastische Reduzierung des Frischwasserverbrauches, was sich im Vergleich zu anderen Nassabscheider-Systemen in deutlich geringeren Betriebskosten niederschlägt. Als weiteren essenziellen Vorteil gegenüber den konventionellen Nass-Elektrofiltern bietet das SEKA-System eine Entschwadung. Dabei wird die durch den Wärmeaustausch im Kondensationssystem erhitzte Umgebungsluft der gereinigten Abluft im Kaminbereich beigemischt und eliminiert somit die sichtbare Dampfschwade.
Beide Abgasreinigungssysteme - SENA und SEKA - sind mit einer leistungsstarken internen Wasseraufbereitungseinheit ausgestattet und gewähren somit eine betriebssichere Funktionsweise. Zwischenzeitlich leisten diese Technologien von SCHEUCH weltweit in der Span- und Faserplattenindustrie einen bedeutenden Beitrag zur Luftreinhaltung.